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Das Kuschelportal für den Großraum München

 

Fragen und Antworten

zum Thema Kuschelparty

 

Vorbemerkung

Eigentlich geht es bei einer Kuschelparty gar nicht primär ums Kuscheln.
Es geht um eine tiefe Entspannung von Seele, Geist und Körper.

Es geht darum, sich selbst als menschliches Wesen anzunehmen.
Es geht darum, sich auf die Situation im Hier und Jetzt einzulassen und die eigenen Bedürfnisse und Grenzen klar zu kommunizieren. Es geht darum, die anderen Teilnehmer/innen mit ihren Bedürfnissen und Grenzen ebenfalls als menschliche Wesen anzunehmen und zu respektieren. Das Leitungs-Team achtet darauf, daß sich wirklich alle wohlfühlen und die Spielregeln eingehalten werden.

Aus dem Annehmen und dem respektvollen Umgang entsteht eine in unserer Gesellschaft nur selten erfahrbare zwischenmenschliche Nähe. Diese gefühlte Nähe kann (muß aber nicht) sich auch in körperlicher Nähe ausdrücken. Das Kuscheln ist also nur eine sichtbare Folge dessen, worum es eigentlich wirklich geht.

Mehr noch als das bekannte Zusammen-Sein mit Pferden oder Delfinen kann das achtsame und kuschelige Zusammen-Sein mit anderen Menschen eine starke positive Wirkung auf die persönliche Entwicklung haben.

 

"In Deutschland gibt man sich die Hand oder man geht miteinander ins Bett - dazwischen gibt es nichts!"
Kuschelpartys sind der Versuch, dieses >dazwischen< zu eröffnen ...

Ein ganzes Universum an Möglichkeiten wartet darauf, von Dir entdeckt zu werden. Trau Dich!!!

 

Kuscheln bei der Rauf- und Kuschelparty, Foto: Aniela Adams

 

Und hier nun die Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen:

 

Was ist eine Kuschelparty?

- ein Zusammen-Sein von netten Menschen, die einfach nur kuscheln wollen, ohne vorheriges gegenseitiges Abchecken und sich-darstellen-müssen, ohne sexuellen Beigeschmack und ohne weitergehende Verpflichtungen

- eine Möglichkeit, eine tiefe gegenseitige Annahme und wirkliche Berührung zu erfahren (innen und außen)

- ein geschützter Raum, in dem man ganz tief entspannen und "Glückshormone" tanken kann

- eine sicherer Rahmen, der es ermöglicht, spielerisch mit zwischenmenschlicher Nähe sowie den eigenen Bedürfnissen und Grenzen zu experimentieren

- eine öffentliche Veranstaltung, bei der etliche Leute mit skeptischen Blicken kommen und alle (!) mit entspannten Gesichtern und leuchtenden Augen wieder gehen

 

Was heißt in diesem Zusammenhang eigentlich Kuscheln?

- wir kuscheln vorzugsweise in Gruppen oder Haufen, ähnlich wie junge Hunde oder Katzen

- genau wie dort spielt das Geschlecht nur eine untergeordnete Rolle: Männer kuscheln mit Männern, Frauen mit Frauen, und natürlich auch Frauen mit Männern

- es ist völlig o.k., wenn es dabei auch zu erotischen Gefühlen kommt, aber sexuelle Handlungen sind tabu!

- unsere Art von Kuscheln hat eher etwas von einer gemeinsamen "Kuschel-Meditation" oder "Kuschel-Yoga"

- es entsteht eine ganz besondere, liebe- und friedvolle Atmosphäre ("Kuschel-Energie")

 

Was ist eine Kuschelparty nicht?

- keine "normale" Party: es gibt ein Leitungs-Team, eine Struktur, einen festen Anfang (pünktlich!) und ein festes Ende, und keinen Alkohol!

- kein Esoterik-Seminar: eine Kuschelparty ist frei von weltanschaulichen und religiösen Inhalten jeglicher Art

- keine therapeutische Veranstaltung: jede/r ist für sich selbst verantwortlich

- kein Single-Treff: es geht nicht darum, einen Partner zu finden, egal ob fürs Leben oder für eine Nacht

- kein Swinger-Club: es geht nicht um sexuell orientierte Kontakte oder Begegnungen

 

Was passiert da?

- ein erfahrenes Leitungs-Team sorgt für einen sicheren Rahmen

- in der Regel wird zuerst gemeinsam getanzt, dann gibt es Übungen zum "Aufwärmen", eine Runde, in der die Regeln und der Ablauf erklärt werden, und dann wird gekuschelt. Ungefähr in der Mitte gibt es eine Pause zum Trinken, zum Reden, etc.

- es gibt kein "Müssen", nur Vorschläge. Vieles entsteht auch völlig spontan aus dem heraus, was ist

 

Ich traue mich da nicht hin. Ich kenne ja niemanden.

- Du kannst sehr gerne jemanden mitbringen oder in einer Gruppe kommen. Es sind aber auch viele andere nette Menschen da, die sich auf die Begegnung mit Dir freuen.

- Durch die gemeinsame Erfahrung in der Gruppe unter fachkundiger Anleitung wirst Du Dich in ganz kurzer Zeit nicht mehr fremd, sondern geborgen und angenommen fühlen. Am Ende der Veranstaltung fühlst Du Dich einfach pudelwohl und mit allen anderen verbunden. Und wenn Du zum zweiten mal kommst, wirst Du dann schon mit einem großen Hallo empfangen.

 

Muss ich mit jedem kuscheln?

Durchaus nicht! Ganz im Gegenteil: Zu erkennen, was Dir in jedem einzelnen Augenblick gut tut, und jeweils nur das zu tun bzw. zuzulassen, was sich für Dich wirklich stimmig anfühlt, ist ein wichtiger Teil der Kuschelerfahrung.

 

Was ist, wenn ich mit jemandem nicht kuscheln will?

Das ist völlig o.k. Es besteht keinerlei Verpflichtung, irgend etwas zu tun, was Du nicht willst. Achte auf Dich, auf Deine Gefühle und auf Deine Grenzen und kommuniziere sie offen. Wenn es zu Mißverständnissen oder Problemen in der Kommunikation kommt, wende Dich an das Leitungs-Team.

 

Was ist, wenn jemand nicht mit mir kuscheln will?

Das ist völlig o.k. Die Ablehnung bezieht sich nicht auf Deine Person, sondern nur auf die momentane subjektive Wahrnehmung Deiner Person durch jemand anderen. Sie hat primär nichts mit Dir sondern mit dieser anderen Person zu tun. Du darfst Dich trotzdem vollwertig, gewertschätzt und angenommen fühlen. Der gegenseitige Respekt gebietet aber, daß Du diese Ablehnung ohne weitere Fragen oder Diskussion akzeptierst.

 

Was passiert, wenn bei mir (oder bei jemand anderem) ein starkes Gefühl hervorbricht?

Auch das ist völlig o.k. Die Erfahrung von Nähe und Geborgenheit (und die Erinnerung an deren in der Vergangenheit erlebten Mangel) kann zu heftigen Gefühlsreaktionen führen. In der Regel findet sich ein "Nest" liebevoller Mitmenschen, die Dich in den Arm nehmen und Dich auffangen. Diese Erfahrung kann ausgesprochen wohltuend und unterstützend für alle Beteiligten wirken. In dieser Hinsicht ist ein "emotionaler Zusammenbruch" auch ein Geschenk echter Offenheit an Deine Mitkuschler/innen. Im Hintergrund steht natürlich auch das Leitungsteam für weitere Unterstützung bereit, ein Eingreifen ist in der Regel aber nicht notwendig. Die Gruppe sorgt weitgehend für sich selbst.

 

Wie ist das alles entstanden?

Kuscheln im therapeutischen Umfeld existiert - gerade auch in Deutschland - schon seit den 80er Jahren. Ein bekannter Kontext ist das sogenannte Bad Herrenalber Modell. Das neue an den Kuschelpartys ist das veränderte Selbstverständnis als Wellness- und Selbsterfahrungs-Veranstaltung für ein breiteres Publikum. Geblieben ist dabei der moderierte Rahmen, der den Teilnehmer/inne/n gleichzeitig Freiräume und Sicherheit bietet.

2004 fand die erste Cuddle Party in New York statt, und im Januar 2005 die erste Kuschelparty in Berlin. Im Herbst des gleichen Jahres gab es im Großraum München bereits drei voneinander unabhängige Kuschelparty-Anbieter und seither gibt es hier die größte lokale Vielfalt derartiger Veranstaltungen weltweit.

Zu dieser einzigartigen Vielfalt haben ganz wesentlich zwei Institutionen beigetragen, die das ursprüngliche Kuscheln mit ihren ureigensten Qualitäten ergänzen und bereichern: die Rauf-Akademie München (Gaudi-Raufen) und das Aquasoma-Institut München (Watsu und Delfining).

Kennzeichnend für die Münchner Kuschelszene ist darüber hinaus eine sehr fruchtbare Kooperation aller Veranstalter untereinander und mit der "Mutter aller deutschen Kuschelpartys" in Berlin. Diese Kooperation fand ihren bisherigen Höhepunkt in einer gemeinsamen Jubiläumsveranstaltung "5 Jahre Kuschelpartys in Deutschland", die am 22.01.10 in den Räumen der Rauf- und Kuschelparty stattfand und ein voller Erfolg wurde.

 

Wie verhält man sich auf einer Kuschelparty?

- möglichst ungezwungen und natürlich, Anspannung ist völlig überflüssig, es kann nichts schlimmes passieren

- wichtig sind Offenheit und Achtsamkeit - für sich selbst, für andere, und für das was entsteht

- unbedingt notwendig sind Achtung und Respekt für die Grenzen der anderen Teilnehmer/innen

- jede Person achtet auf sich selbst und ist für sich selbst verantwortlich, insbesondere auch dafür, die eigenen Wünsche und Grenzen bewußt wahrzunehmen und klar zu kommunizieren

- jede Person kann sich zu jeder Zeit aus dem angebotenen Programm ausklinken und sich in die "Auszeit-Zone" zurückziehen

- bei Problemen steht das Leitungs-Team jederzeit zur Verfügung

- wegen der körperlichen Nähe ist auf ein frisches und hygienisches Äußeres zu achten; evtl. ist es sinnvoll, zusätzlich frische T-Shirts und Socken zum Wechseln dabei zu haben

- auf Schmuck, elegantes Outfit und Parfümierung sollte man möglichst verzichten; Leggins oder Jogginghosen und T-Shirt sind absolut angemessen, eine Umkleidemöglichkeit ist in der Regel vorhanden

 

Was ist auf einer Kuschelparty unerwünscht?

- Anbaggern, Anmachen, aufdringliches Verhalten, sexuelle Berührungen, Rauchen, Drogen- und Alkoholkonsum

 

Wer geht hin?

- sympathische Menschen beiderlei Geschlechts und jeglichen Alters, die sich einen wunderschönen Abend gönnen

- ganz normale Menschen, die sonst aufgrund ihres Single-Daseins oder in ihrer Beziehung nicht genug Kuschel-Einheiten bekommen

- spirituelle Menschen, die diese Veranstaltung ganz bewußt als Experimentierfeld für Ihre Selbstfindung nutzen

- interessante Menschen, die anderen Menschen auf diese wundervolle "bezaubernde" Weise begegnen, sich mal wieder richtig entspannen, oder Nähe ohne Sex genießen wollen

- ungefähr gleich viele Männer und Frauen, nicht alle sind Singles

- der bisher jüngste Teilnehmer war Anfang 20, die älteste Teilnehmerin über 80 Jahre; der Alters-Schwerpunkt liegt zwischen 35 und 55 Jahren

- der Akademiker-Anteil liegt bei ca 50%, bei den Männern deutlich darüber

 

Warum gehen die Leute hin?

- die wohltuende, entspannende und gesundheitsfördernde Wirkung von liebevollen körperlichen Berührungen ist medizinisch erwiesen. Nähe tut einfach "tierisch" gut!

- hier ist eine Möglichkeit, Nähe, Wärme und "Angenommensein" zu erfahren, außerhalb von Familie, Sexualität oder dem Umgang mit Haustieren, und ohne irgendwelche weitergehenden Verpflichtungen

- hier ist ein Übungs- und Experimentierfeld, um den Umgang mit Nähe (neu) zu lernen (z.B. bevor ich mich auf die nächste Beziehung einlasse)

- wie bei anderen Rudeltieren hat auch beim Menschen das "Kontaktliegen" eine positive Wirkung auf das Sozialverhalten (Stichwort: emotionale Intelligenz) und damit auf den Erfolg im Berufs- und Privatleben

- weil sie einen wunderschönen Abend in angenehmer Gesellschaft genießen wollen

 

Warum sollen die Menschen für das Kuscheln bezahlen?
Werden sie dadurch nicht zu "Kuschel-Konsumenten"?
Und wird Zuneigung dadurch nicht zu einer austauschbaren Ware?

Wir leben leider in einer Gesellschaft, in der das natürliche menschliche Bedürfnis nach Nähe und Berührung (sowohl emotional als auch körperlich) für viele nicht ausreichend befriedigt wird - auch wenn sie in einer Beziehung leben oder als Single ausreichend sexuelle Kontakte haben. Die sich dadurch ergebende Mangelkompensation (Statussymbole, jede Form von Ablenkung, Alkohol, Rauchen, Drogen, etc.) schafft eine Ersatzbefriedigung zu ganz erheblichen, auch finanziellen, Kosten - von den gesellschaftlichen Kosten einmal ganz abgesehen.
Im Vergleich hierzu ist der regelmäßige Besuch von Kuschelveranstaltungen nicht nur wesentlich gesünder und wirkungsvoller, sondern auch sehr viel billiger.

Der von den Teilnehmer/inn/en erhobene Kostenbeitrag ist nur und genau das: ein Beitrag zur Deckung der mit einer solchen Veranstaltung verbundenen Kosten. Der viel wichtigere Beitrag, den jede/r einzelne Teilnehmer/in leistet, ist die persönliche Präsenz und das Sich-Einlassen auf das, was an diesem speziellen Abend geschieht.

Jede/r ist ein Geschenk für die anderen!

Und wer öfter kommt, kann (muß aber nicht!) Teil einer ganz neuen Form von (Kuschel-)Familie werden ...

 

Copyright: "Kuschelmeister" Gerhard Schrabal   www.kuscheln-in-muenchen.de